N610BS
Die Modellbezeichnung DJI N610BS hat für einige Spekulationen gesorgt. In einer chinesischen Funkzulassung wurde das bisher wenig bekannte DJI-Modell mit der Kennung N610BS entdeckt. Da der Eintrag das Gerät als ziviles unbemanntes Luftfahrzeug bezeichnet, wurde daraus teilweise geschlossen, dass DJI an einer bislang unbekannten neuen Drohne arbeitet.
Inzwischen lässt sich die Modellnummer jedoch eindeutig zuordnen:
N610BS ist keine neue DJI Drohne. N610BS ist die interne Modellbezeichnung der DJI O4 Ground Station.
DJI selbst bestätigt dies in der offiziellen Dokumentation der O4 Ground Station. Dort werden die Modellnummern N610BS und N610BS-BD ausdrücklich der DJI O4 Ground Station zugeordnet.
Damit ist eines der interessanteren DJI-Gerüchte rund um diese Modellnummer aufgeklärt.
Ausgangspunkt ist ein chinesischer CMIIT-Funkzulassungseintrag.
Darin finden sich unter anderem folgende Angaben:
| Angabe | Wert |
|---|---|
| Modell | N610BS |
| Hersteller / Antragsteller | Shenzhen DJI Innovation Technology Co., Ltd. |
| CMIIT ID | 25Z4466LE610 |
| Ausstellungsdatum | 15. April 2026 |
| Gültigkeit | 5 Jahre |
| Frequenzen | 5725–5829 MHz, 2400–2476 MHz, 1430–1444 MHz |
| Sendeleistung | bis 30 dBm, 20 dBm beziehungsweise 35 dBm |
Besonders auffällig ist die chinesische Gerätebezeichnung:
民用无人驾驶航空器
Diese lässt sich sinngemäss als „ziviles unbemanntes Luftfahrzeug“ übersetzen.
Genau dieser Eintrag dürfte dafür verantwortlich sein, dass N610BS von verschiedenen Quellen zunächst als bislang unbekannte DJI-Drohne interpretiert wurde.
Das Problem dabei: Eine Funkzulassung verrät nicht zwingend, um welche Art von DJI-Produkt es sich tatsächlich handelt.
Die definitive Zuordnung liefert die offizielle DJI-Dokumentation.
DJI veröffentlichte 2026 die offizielle Dokumentation zur DJI O4 Ground Station. Im dazugehörigen User Guide findet sich die Modellnummer N610BS.
Auf dem Produktzertifikat werden sogar beide Varianten genannt:
Product Name: DJI O4 Ground Station
Product Model: N610BS, N610BS-BD
Damit ist die Verbindung eindeutig dokumentiert.
Auch die im chinesischen Zulassungseintrag genannten Funkbereiche passen zum Einsatzzweck der O4 Ground Station.
Welche Frequenzen und Sendeleistungen tatsächlich verwendet werden können, hängt dabei von der jeweiligen Region und den dort geltenden Funkvorschriften ab.
Die DJI O4 Ground Station ist eine stationär installierbare Kommunikationsstation für professionelle DJI-Enterprise-Drohnensysteme.
Sie wurde dafür entwickelt, die Funkabdeckung in anspruchsvollen Einsatzgebieten zu verbessern.
Das ist insbesondere dort interessant, wo Gebäude, Gelände, Vegetation oder grössere Entfernungen die direkte Verbindung zwischen Drohne und Bodeninfrastruktur beeinträchtigen.
Die O4 Ground Station wird dazu beispielsweise auf einem Gebäude, Mast oder einer anderen erhöhten Position installiert.
Sie ist damit kein klassischer Controller und auch keine reine RTK-Referenzstation.
Der zentrale Einsatzzweck liegt in der Erweiterung und Stabilisierung der Kommunikations- und Videoübertragungsverbindung eines DJI-Enterprise-Systems.
Gerade bei professionellen Drohneneinsätzen wird die Kommunikationsinfrastruktur damit zunehmend zu einem eigenen Bestandteil der Systemplanung.
Die DJI O4 Ground Station kann in unterschiedlichen Einsatzszenarien betrieben werden.
Im Gateway Mode wird die Ground Station in eine vorhandene Netzwerk- und DJI-Infrastruktur eingebunden.
Besonders interessant ist dies in Verbindung mit dem DJI Dock 3 und DJI FlightHub 2.
Dadurch kann die O4 Ground Station als zusätzlicher Kommunikationspunkt für automatisierte Drohneneinsätze dienen.
Das kann beispielsweise sinnvoll sein, wenn ein Einsatzgebiet nicht vollständig durch eine direkte Funkverbindung zwischen Dock und Drohne abgedeckt werden kann.
Im Relay Mode arbeitet die O4 Ground Station als Funkrelais.
Die Station wird dabei möglichst so positioniert, dass sie eine gute Funkverbindung zu den relevanten Bereichen herstellen kann.
Damit können beispielsweise Hindernisse zwischen Drohne und Fernsteuerung beziehungsweise Dock überbrückt werden.
Typische Einsatzgebiete sind:
Gerade in komplexen Einsatzgebieten kann eine zusätzliche Ground Station damit einen wesentlichen Unterschied bei der Funkplanung machen.
Die O4 Ground Station ist vor allem für aktuelle DJI-Enterprise-Systeme interessant.
Zu den relevanten Plattformen gehören unter anderem:
Welche Funktionen zur Verfügung stehen, hängt vom eingesetzten Fluggerät und vom gewählten Betriebsmodus ab.
Wer sich noch nicht für ein konkretes Modell entschieden hat, findet die Systeme auch gesammelt in unseren Übersichten zur DJI Matrice 4 Serie, DJI Matrice 4D Serie und DJI Matrice 400.
Besonders interessant ist die Kombination der O4 Ground Station mit der DJI Matrice 400 RTK.
Die Matrice 400 ist eine modulare Enterprise-Plattform für besonders anspruchsvolle professionelle Anwendungen.
In Kombination mit einer entsprechend geplanten Funkinfrastruktur ergeben sich beispielsweise Einsatzmöglichkeiten in folgenden Bereichen:
Gerade hier zeigt sich auch, dass die N610BS keineswegs nur ein nebensächliches Zubehörprodukt ist.
Die O4 Ground Station ist vielmehr ein weiterer Baustein in einer zunehmend vernetzten DJI-Enterprise-Infrastruktur.
Eines der interessantesten Einsatzgebiete ist die Kombination mit dem DJI Dock 3.
Das Dock 3 ermöglicht zusammen mit DJI Matrice 4D oder Matrice 4TD weitgehend automatisierte Remote-Einsätze.
Die Drohne kann vom Dock aus Missionen durchführen, zurückkehren und für weitere Einsätze vorbereitet werden.
Bei solchen Anwendungen ist eine stabile Datenverbindung besonders wichtig.
Eine zusätzliche O4 Ground Station kann deshalb in geeigneten Szenarien dabei helfen, die Kommunikationsinfrastruktur eines Dock-Systems über grössere oder topografisch anspruchsvollere Einsatzgebiete auszubauen.
Das betrifft beispielsweise:
Die Planung eines solchen Systems sollte deshalb nicht nur die Drohne selbst betrachten, sondern auch Dock, Funkabdeckung, Netzwerk, Software und Betriebsbewilligung.
Zur technischen Infrastruktur gehört auch DJI FlightHub 2.
Mit DJI FlightHub 2 können professionelle DJI-Drohnenflotten und Dock-Systeme zentral verwaltet werden.
Je nach eingesetzter Konfiguration lassen sich damit Missionen planen, Fluggeräte überwachen, Einsatzdaten verwalten und automatisierte Drohnenoperationen koordinieren.
Bei einem professionellen Dock-System besteht die Infrastruktur deshalb nicht mehr nur aus einer Drohne.
Vielmehr entsteht ein gesamtes System aus verschiedenen Komponenten:
Drohne → Funkverbindung → O4 Ground Station / Dock → Netzwerk → DJI FlightHub 2
Gerade bei automatisierten Drohnenoperationen wird diese Systembetrachtung immer wichtiger.
Bei den von Herstellern angegebenen Funkreichweiten muss grundsätzlich zwischen theoretischen Maximalwerten und den Bedingungen eines realen Einsatzes unterschieden werden.
Bei der DJI O4 Ground Station können je nach Fluggerät, Funkstandard und Region grosse Distanzen erreicht werden.
Für Europa sind insbesondere die jeweiligen CE-Bedingungen relevant.
Die tatsächlich erreichbare Funkverbindung wird jedoch unter anderem beeinflusst durch:
Eine theoretische Maximalreichweite sollte deshalb nicht als garantierte Einsatzreichweite verstanden werden.
Gerade bei professionellen Installationen empfehlen wir eine projektspezifische Planung.
Neben der Modellbezeichnung N610BS führt DJI auch die Variante N610BS-BD.
Laut DJI-Dokumentation unterstützt diese Ausführung beim GNSS-Empfang ausschliesslich BeiDou.
Das Kürzel BD weist in diesem Zusammenhang somit auf die entsprechende BeiDou-Version hin.
Es handelt sich also nicht um eine völlig andere Ground Station oder eine weitere unbekannte Drohne.
Die ursprüngliche Interpretation ist durchaus nachvollziehbar.
Mehrere Hinweise sahen zunächst nach einem neuen Fluggerät aus:
Aus diesen Informationen wurde teilweise geschlossen, dass sich hinter N610BS eine bislang unangekündigte DJI-Drohne verbergen könnte.
Mit der inzwischen verfügbaren DJI-Dokumentation steht jedoch eine eindeutigere Quelle zur Verfügung:
N610BS ist die Modellbezeichnung der DJI O4 Ground Station.
Der Fall zeigt gut, warum einzelne regulatorische Einträge bei DJI-Leaks vorsichtig interpretiert werden sollten.
Eine neue Modellnummer muss nicht automatisch eine neue Drohne bedeuten.
Sie kann ebenso zu einer Ground Station, einem Controller, einer Funkkomponente oder anderem Zubehör innerhalb des DJI-Ökosystems gehören.
Die chinesische CMIIT-Zulassung betrifft zunächst die dortige Funkzulassung.
Sie bedeutet nicht automatisch, dass sämtliche darin genannten Frequenzbereiche und Sendeleistungen auch in der Schweiz genutzt werden können.
Für den Einsatz in der Schweiz müssen die hier geltenden regulatorischen Rahmenbedingungen berücksichtigt werden.
Das betrifft insbesondere professionelle Systeme mit:
Bei solchen Projekten sollte deshalb nicht nur die technische Leistungsfähigkeit der Hardware betrachtet werden.
Ebenso wichtig sind die Funkplanung und das luftfahrtrechtliche Betriebskonzept.
Die Ground Station wird besonders dort interessant, wo eine direkte Funkverbindung an ihre praktischen Grenzen kommt.
Typische Anwendungen sind:
Die Ground Station ersetzt dabei keine sorgfältige Planung.
Sie erweitert jedoch die Möglichkeiten, professionelle DJI-Systeme auch in komplexen Einsatzgebieten einzusetzen.
Die DJI O4 Ground Station ist bei Futuretrends erhältlich.
→ DJI O4 Ground Station im Futuretrends Shop ansehen
Bei uns erhältst du auch die passenden DJI-Enterprise-Systeme wie:
Gerade bei komplexeren Projekten empfehlen wir, Drohne, Funkinfrastruktur, Dock, Software und Betriebskonzept von Anfang an gemeinsam zu planen.
Die zunächst mysteriös wirkende Modellnummer DJI N610BS steht nicht für eine kommende neue DJI-Drohne.
Die offizielle DJI-Dokumentation zeigt:
N610BS = DJI O4 Ground Station
N610BS-BD = BeiDou-Variante der DJI O4 Ground Station
Der Fall zeigt gleichzeitig, warum Funkzulassungen und regulatorische Datenbanken bei DJI-Leaks mit Vorsicht interpretiert werden sollten.
Eine bislang unbekannte Modellnummer muss nicht zwingend für eine neue Drohne stehen.
Sie kann ebenso zu Zubehör, Infrastruktur oder einem anderen Bestandteil des DJI-Ökosystems gehören.
Die DJI O4 Ground Station selbst ist dennoch ein ausgesprochen interessantes Enterprise-Produkt.
Sie erweitert insbesondere die Möglichkeiten von DJI Dock 3, DJI Matrice 400 sowie der Matrice 4 und Matrice 4D Serie, wenn Funkverbindungen über grössere Distanzen oder in anspruchsvollem Gelände geplant werden müssen.
Nein. N610BS ist die Modellbezeichnung der DJI O4 Ground Station und nicht die Bezeichnung einer neuen DJI-Drohne.
Die DJI O4 Ground Station ist eine stationäre Kommunikationsstation für kompatible DJI-Enterprise-Systeme.
Sie kann dazu eingesetzt werden, die Funkabdeckung eines professionellen Drohnensystems zu verbessern und anspruchsvolle Kommunikationssituationen zu überbrücken.
Ja. Die DJI O4 Ground Station ist bei Futuretrends erhältlich.
N610BS-BD bezeichnet eine Variante der O4 Ground Station, bei welcher beim GNSS-Empfang ausschliesslich BeiDou unterstützt wird.
Ja. Die DJI Matrice 400 RTK gehört zu den besonders interessanten Plattformen für den Einsatz mit der O4 Ground Station.
Ja. Auch die DJI Matrice 4T kann in entsprechenden O4-Ground-Station-Szenarien eingesetzt werden.
Ja. Das DJI Dock 3 ist eines der wichtigsten Anwendungsszenarien für eine zusätzliche professionelle Kommunikationsinfrastruktur.
Ja. Sowohl Matrice 4D als auch Matrice 4TD gehören zum aktuellen DJI-Enterprise-Ökosystem für entsprechende Dock- und Relay-Anwendungen.
Du findest bei uns sowohl die DJI Matrice 4D als auch die DJI Matrice 4TD.
Du planst ein DJI Dock 3-, Matrice 400-, O4- oder BVLOS-Projekt?
Wir unterstützen Unternehmen, Behörden und Einsatzorganisationen bei der Planung kompletter DJI-Enterprise-Systeme – von Drohne, Dock und Funkinfrastruktur über DJI FlightHub 2 bis zur passenden Bewilligungslösung.
Dabei betrachten wir nicht nur einzelne Produkte, sondern das gesamte System und den späteren Einsatzzweck.
→ DJI Enterprise Produkte bei Futuretrends entdecken
Das Licht ist perfekt. Der nächste Flug geplant. Nur die Akkus hängen noch am Ladegerät?…
Die besten Kameradrohnen liefern nicht einfach die meisten Megapixel. Sie passen zu deinen Motiven, deinem…
Die DJI Matrice Serie richtet sich an professionelle Anwender, die mehr benötigen als eine klassische…
Die DJI Matrice 400 ist die neuste Enterprise-Plattform des weltweit führenden Drohnenherstellers DJI. Entwickelt für…
Einführung Im März 2025 gab es zahlreiche spannende Entwicklungen und Highlights in der Welt der…
Volar ist eine neue Kategorie von eVTOL-Flugzeugen mit einem versteckten elektrischen Antriebssystem und einem flügellosen…
This website uses cookies.